Entwicklung evidenzgesicherter Konzepte für die Bewegungstherapie in der Rehabilitation


Hintergrund

Obwohl bewegungstherapeutische Interventionen heute einen großen Raum in der rehabilitativen Versorgung einnehmen, existieren derzeit kaum strukturierte und evidenzgesicherte Interventionskonzepte, die relevante Zusammenhänge berücksichtigen, und in denen Zielsetzungen auf Basis der vorliegenden Indikationen und der begleitenden Funktions-, Aktivitäts- und Teilhabestörungen konkretisiert, und entsprechende zielbezogene Inhalte und Methoden spezifiziert sind. Damit fehlt bislang die einheitliche Basis für eine hohe Struktur- und Prozessqualität der bewegungstherapeutischen Versorgung in der Praxis.

Ziele

Zielsetzung des Vorhabens ist die Entwicklung von bewegungstherapeutischen Interventionskonzepten für folgende Indikationsbereiche:

  • Chronischer Rückenschmerz
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Metabolisches Syndrom bzw. Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen
  • Muskuloskeletale Erkrankungen (Cox- und Gonarthrosen, bzw. Z. n. Hüft- und Knieendoprothesen)
  • Onkologische Erkrankungen

Für diese Indikationsbereiche sollen Zielsetzungen, Inhalte und Methoden der Bewegungstherapie konkretisiert und spezifiziert werden, und zwar auf der Basis von indikationsabhängigen Funk­tions-, Aktivitäts- und Teilhabestörungen und der vorliegenden Evidenz für die Wirksamkeit bewegungstherapeutischer Interventionen in den jeweiligen Indikationsbereichen. Hiermit soll die Struktur- und Prozessqualität in der bewegungstherapeutischen Versorgung erhöht und die Basis für die zielgerichtete Evaluation von spezifischen Wirkungen der Bewegungstherapie geschaffen werden.

Ergebnisse

In den genannten Indikationen wurden strukturierte bewegungstherapeutische Interventionskonzepte entwickelt. Im Einzelnen erfolgte die Spezifizierung von Zielsetzungen der Bewegungstherapie in Abhängigkeit von indikationsspezifischen Voraussetzungen und einhergehenden Funktions-, Aktivitäts- und Teilhabestörungen auf Basis der ICF und der vorliegenden Evidenz für die Wirksamkeit bewegungstherapeutischer Interventionen.

  • Erstellung einer Zielhierarchie mit Zielbereichen und operationalisierbaren Teilzielen
  • Zielbezogene Zuordnung und Konkretisierung von Inhalten und Methoden der bewegungstherapeutischen Versorgung
  • Erstellung von Therapiemodulen bestehend aus: Zielsetzung, Inhalt, Durchführungshinweisen bzw. Planungs- und Handlungshilfen für den/die Therapeuten/in
  • Entwicklung von Manualen und Medien für den/die Therapeuten/in sowie von Patientenmaterialien zur Vermittlung von Wissensinhalten sowie zur Unterstützung der Handlungsplanung.
  • Zuordnung der erstellten Therapiemodule zu den in der Klassifikation therapeutischer Leistungen in der medizinischen Rehabilitation (KTL, 2007) benannten Interventionsformen
  • Erarbeitung von Strategien zu Implementation der Therapiemodule in die bewegungstherapeutische Praxis
Den Abschlussbericht des Projekts finden Sie hier:

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Letzte Änderung: 19.06.2014 15:38:44