Projekt "Medizinische Rehabilitation bei älteren Versicherten (55plus)"


Hintergrund
Angesichts des demografischen Wandels und der vorgesehenen Anhebung der Altersgrenze für den Rentenbezug auf das 67. Lebensjahr wird sich die Lebensarbeitszeit im Schnitt verlängern. Die Erwerbsbeteiligung Älterer ist in den letzten Jahren in Deutschland bereits deutlich angestiegen und wird voraussichtlich noch weiter steigen. Insofern wird sich die medizinische Rehabilitation der Rentenversicherung in Zukunft auf mehr und ältere Versicherte einstellen müssen. Zwar begründet Alter allein noch keinen Reha-Bedarf, entscheidend sind vielmehr (drohende) Einschränkungen der Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben. Chronische Krankheiten und kognitive Beeinträchtigungen treten jedoch im höheren Lebensalter häufiger auf. Eine spezifischere Ausrichtung der medizinischen Rehabilitation an die Erfordernisse älterer Versicherter ist wichtig, um die Erwerbsfähigkeit dieser Versicherten zu erhalten.

Die Forschergruppe um Dr. Ruth Deck und Prof. Heiner Raspe vom Institut für Sozialmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (Campus Lübeck) hat im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund untersucht, ob und ggf. wie die medizinische Rehabilitation an die Bedarfe älterer Versicherter angepasst werden sollte.

Methodik
Das Projekt wählte zur Bearbeitung der Fragestellung unterschiedliche Strategien: In einem ersten Schritt wurde anhand einer systematischen Literaturrecherche der Umgang mit chronisch Kranken im höheren Lebensalter und deren Versorgung gesichtet, zusammengefasst und dargestellt. Ergänzend wurden relevante Befunde aus den Erhebungswellen der "Qualitätsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation in Schleswig-Holstein" berichtet (vgl. "Die Rehabilitation", 2009, 48: 326-334). Darauf aufbauend wurden die Bedarfe, Bedürfnisse und wahrgenommenen Notwendigkeiten einer optimalen Versorgung im System der medizinischen Rehabilitation (Vorbereitung, Reha-Leistung, Nachsorge) mit Hilfe von Patienten- und Expertengesprächen (Fokusgruppen) diskutiert und die Machbarkeit möglicher veränderter oder ergänzender Reha-Angebote geprüft. Die Fokusgruppen, Auswertungen und Transferempfehlungen erfolgten sowohl indikationsspezifisch als auch indikationsübergreifend.

Ergebnisse
Das Projekt hat eine Vielzahl von Ansatzpunkten für eine Verbesserung der medizinischen Rehabilitation hervorgebracht, die allerdings nur zu einem geringen Teil als altersspezifisch anzusehen sind. Insgesamt kommt das Projekt zu dem Ergebnis, dass die medizinische Rehabilitation bereits recht gut an die Bedarfe älterer, chronisch kranker Menschen ausgerichtet ist. Zur weiteren Optimierung werden auf der Grundlage der Ergebnisse aus den Fokusgruppen mit RehabilitandInnen und ExpertInnen drei Empfehlungen entwickelt, die sich auf die

  • Optimierung von Informationsvermittlung und -austausch,
  • Verstärkung der beruflichen Ausrichtung der Rehabilitation sowie
  • Verstärkung der Nachsorgebemühungen

beziehen.

Publiktationen zum Projekt

Titel Autoren Fundstelle
Medizinische Rehabilitation bei älteren Versicherten (55plus):
Ergebnisse einer qualitativen Studie mit Rehabilitanden und Reha-Klinikern
T. Krüger-Wauschkuhn , N. Pohontsch , R. Deck Die Rehabilitation 2011;
50: 390 - 396

Eine ausführliche Zusammenfassung und den Abschlussbericht des Projekts finden Sie hier:

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Letzte Änderung: 19.06.2014 15:40:02